Green Storytelling
Klima erzählen, Geschichten klimasensibel entwickeln
Darum geht's
Wie lässt sich die Klimakrise erzählen? Welche Figuren, Konflikte und Genres eignen sich dafür? Und wie können Autor*innen verhindern, unbeabsichtigt klimaschädliche Normalitäten, Handlungen und Haltungen zu reproduzieren?
Im Seminar beschäftigen wir uns mit zwei Perspektiven:
Klima erzählen:Wie können Romane und Filme die Klimakrise spannend, vielschichtig und ohne erhobenen Zeigefinger erzählen? Welche Erzählmuster gibt es?
Klimasensibel erzählen:Welche klimarelevanten „blinden Flecken“ können in Geschichten stecken, die gar nicht vom Klima handeln? Welche Vorstellungen von Wohlstand, sozialem Status, Freiheit, Erfolg und gutem Leben werden erzählt?
Ausgehend von der Unterscheidung zwischen implizitem, explizitem und pragmatischem Green Storytelling besprechen wir anhand von Film-, Serien- und Romanbeispielen verschiedene Klima-Storymuster: Klimawandel als Setting, als Auslöser oder als Konflikt, Ursachen und Treiber des Klimawandels sowie Klimautopien und Klima-Kollapsgeschichten.
Ausserdem untersuchen wir, wie Geschichten gesellschaftliche Normalitäten aufnehmen, verstärken, infrage stellen oder verändern können. Dabei geht es nicht darum, was Autor:innen erzählen sollen. Es geht darum, den eigenen Stoff aus einer zusätzlichen Perspektive zu betrachten, sensibel für mögliche klimaschädliche Wirkungen zu werden und dadurch mehr erzählerische Möglichkeiten zu gewinnen.
Das Seminar richtet sich an Autor:innen, die die Klimakrise unmittelbar zum Gegenstand ihrer Geschichten machen möchten, genauso wie an alle, deren Geschichte von ganz anderen Dingen handelt. Denn klimarelevant kann eine Geschichte auch dann sein, wenn in ihr das Wort „Klima“ kein einziges Mal fällt.
Dein:e Dozent:in
Ron Kellermann

Ron Kellermann setzt sich für ein "next level" Storytelling ein: Klima spielt eine Rolle - auch wenn es nicht das Hauptthema eines Buches ist. Es spielt eine Rolle.
